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Tee mit Honig » das sollten Sie beachten

Ein Fachartikel von der Imkerei Hinse

Tee ist nicht gleich Tee und Honig ist nicht gleich Honig. Beides passt allerdings wunderbar zusammen, denn Tee mit Honig ist eine ideale Kombination.

Besonders zur kalten Jahreszeit oder wenn wieder eine Erkältung vor der Tür steht, greifen viele Menschen auf die Tasse Tee mit einem Löffel Honig zurück. Doch dabei gibt es ein paar Dinge zu beachten.

Um in den vollen Genuss der gesundheitlich fördernden Inhaltsstoffe vom Honig zu kommen, sollten Sie stets auf ein regionales Produkt zurückgreifen. Sie unterstützen damit nicht nur den örtlichen Imker, sondern auch Ihre Gesundheit dankt es Ihnen.

Wie stellt die Industrie den Honig her?

Honig aus der Industrie ist ein Mischprodukt aus vielen Honigen, die wiederum aus vielen verschiedenen Ländern kommen. Um immer die gleiche Farbe und den gleichen Geschmack zu erhalten, mischt die Industrie den Honig mit so vielen verschiedenen Sorten, bis dieser die gleiche Honigfarbe wie immer erreicht.

Doch vorab wird der Honig noch gefiltert, wobei ihm wichtige Inhalte entzogen werden, wie die kleinen Blütenpollen. Dabei sind genau diese sehr gesundheitsfördernd und derzeit voll im Trend.

Sobald die Industrie dem Honig diese Inhalte entzogen hat, kocht die Industrie ihn auf. Zu vergleichen ist das mit dem Pasteurisieren unserer Milch.

Nährstoffe zerbrechen durch Hitze

Spätestens mit dem zuvor beschriebenen Prozess zerstört man in dem Honig durch die Hitze alles, was gesund ist. Schon bereits ab 40 Grad beginnen die guten Nährstoffe durch die Hitze zu zerbrechen:

  • Vitamin B und Vitamin C,
  • Proteine,
  • Mineralstoffe wie Kalzium und Magnesium.

Auch die Enzyme der Bienen und die natürlichen Aromastoffe der Blüten – alle diese Stoffe überleben die Hitze nicht. Dieser Prozess wird aus zwei Gründen von der Industrie durchgeführt.

  1. Zum einen soll der Honig nicht mehr kristallisieren, also er bleibt dauerhaft flüssig.
  2. Zum anderen werden botanische Inhaltsstoffe vernichtet, um keine allergischen Reaktionen auszulösen.

Honig erst dann in den Tee geben, wenn er Trinktemperatur hat

Wenn dieser zuvor beschriebene Prozess bereits bei 40 Grad beginnt, bedeutet dies im Umkehrschluss auch: mein heißes Wasser für den Tee tut meinem Honig nicht gut. Ja, so ist es. Darum gibt es eine Faustregel für den idealen Genuss von Tee mit Honig.

Den Honig erst dann in Tee geben, wenn dieser Trinktemperatur hat. Warum das so ist, erklärt der nächste Absatz.

 

Genau darum sollte man den dem Tee erst dann zugeben, wenn der Tee die Trinktemperatur erreicht hat.

Wird der Honig bereits zugegeben, wenn das Wasser noch zu heiß ist, entweichen auch hier die guten Inhaltsstoffe.

Ein weiterer Faktor sollte dabei berücksichtigt werden, den Honig nicht zu stark zu erhitzen: Hydroxymethylfurfural, kurz HMF. HMF ist ein Abbauprodukt von Zucker und kommt in frischem Honig nicht oder nur sehr gering vor.

HMF wird sehr stark begünstigt und voran getrieben, wenn der Honig erhitzt wird, daher sollte Honig auch immer Kühl, trocken und dunkel gelagert werden.

Bislang gibt es noch keine abgeschlossene wissenschaftliche Studie darüber, wie giftig HMF für Menschen ist, es steht allerdings unter Verdacht krebserregend zu sein. Selbst bei keiner gesundheitlichen Auswirkung lässt sich am HMF Anteil feststellen, wie natürlich der Honig verarbeitet wurde und wie lange er bereits steht.

Bienen produzieren Propolis

Bis Honig in der Wabe eingelagert wird, wird er von bis zu 50 Bienen aufgenommen. Jede Biene setzt dem Honig Enzyme bei. Diese Enzyme gelten als Antioxidantien. Diese können das Risiko von Schlaganfällen und Herzinfarkten senken.

Eine weitere wichtige Komponente im Honig ist vielen auch in Form von Salbe oder Tinktur bekannt. Es ist das Propolis.

Propolis wird von Bienen hergestellt, um das Bienenvolk vor Bakterien zu schützen. Undichte Stellen in der Bienenkiste werden so verkittet oder Eindringlinge werden damit ummantelt. Bienen produzieren also Propolis, um Bakterien und Pilze abzuwehren.

Bestandteile vom Propolis gehen auch über in den Honig, daher ist die antibakterielle Wirkung auch im Honig verankert.

Honig ist die gesündeste Alternative zum Zucker

Wie sie sich auch entscheiden, Honig bleibt die gesündeste Alternative zu Zucker im Tee. Achten Sie dabei stets auf ein regionales Produkt, auf die richtige Lagerung und auf die Verwendung von unter 40 Grad für den Honig, damit alle gesunden Inhaltsstoffe erhalten bleiben.

Ist das Honigglas erst einmal geleert, so geben Sie es gern an den Imker zurück, von dem Sie es erworben haben. Sollte dies nicht möglich sein, so waschen Sie das Glas heiß aus und benutzen Sie es gern erneut für andere Lebensmittel.

Sollten Sie es entsorgen, ist das Auswaschen des Glases sehr wichtig für die Gesundheit umliegender Bienenvölker. Honig aus anderen Ländern kann für heimische Bienen gefährlich werden, da sich Krankheitserreger, welche für den Menschen ungefährlich sind, im Honig befinden könnten.

Die bekannteste Krankheit ist dabei die Amerikanische Faulbrut. Daher besser ordentlich waschen vor der Entsorgung oder direkt zum Imker zurück.

Ein Tipp, wie Sie auch den letzten Honig aus dem Glas bekommen

Passend zum Tee noch eine Empfehlung zum Tee mit Honig:

Möchten Sie auch die letzten Reste Ihres Honigs genießen? Und jetzt bekommen Sie den Honig weder mit Löffel und Gabel aus dem Glas? Dann haben wir einen Tipp: Gießen Sie das Glas mit dem warmen Tee auf und trinken ihn direkt aus dem Honigglas. So nutzen Sie auch die letzten Honigreste sinnvoll.